| |
Wenn Vereinsmitglieder mit Leuten sprechen,
die noch nie was mit Segelfliegen zu tun gehabt haben und sich unter
diesem tollen Hobby auch nichts vorstellen können, dann werden oft
die gleichen Fragen gestellt: Ist das teuer? Kann ich das etwa auch
machen? Wie lange dauert das? Was muss ich dafür können oder wissen?
Vieles kann man dann gar nicht so ausführlich erklären, wie man es
eigentlich gerne würde.
Um einen ersten Eindruck vom Hobby "Segelfliegen" zu vermitteln und
um die am meisten gestellten Fragen kurz und bündig zu beantworten,
haben wir eine Liste mit den 10 meistgestellten Fragen (und
Antworten) erstellt.
1. Ist Segelfliegen teuer? [Antwort]
2. Wieviel kostet der Schein? [Antwort]
3. Wieviel kostet eine Flugstunde? [Antwort]
4. Darf ich mit Brille fliegen? [Antwort]
5. Wie lange dauert es, den Flugschein zu machen? [Antwort]
6. Wie lange dauert es, bis ich alleine fliegen darf? [Antwort]
7. Muss ich viel Theorie lernen? [Antwort]
8. Muss ich vor Beginn der praktischen Ausbildung Theoriestunden
nehmen? [Antwort]
9. Wieviel Zeit muss ich aufwenden, um Segelfliegen zu lernen? [Antwort]
10. Ist Segelfliegen gefährlich? [Antwort]
1. Ist Segelfliegen teuer?
Sicher teurer als Fußball spielen oder Briefmarken sammeln, aber
nicht teurer im Vergleich zu anderen etwas aufwändigeren Sportarten
wie z. B. Tennis, Reiten oder Skilaufen.
Was es genau kostet ist in folgender Auflistung zu sehen:
Keine Aufnahme- und Typengebühren.
Beitrag: 12,50 €/Monat = 150 €/Jahr(Schüler, Student)
16,67 €/Monat = 200 €/Jahr(Geldverdiener)
Flugstunde: 13,80 - 7,80 - 0 € (abhängig von der Dauer; nach der 5.
Stunde kostenlos)
Startgebühr: 4,50 € (Winde)
Schulflugpauschale Segelflug
Verdiener je Schulflug 8,00 EUR
Nichtverdiener je Schulflug 5,50 EUR
Schulflüge im Rahmen der Ausbildung zum Segelflugzeugführer werden
bis zum 1. Alleinflug pauschal abgerechnet, d.h. der Betrag enthält
die Flug- und die Windenstartgebühr bei Starts an der ROBA-Winde.
Für Schulflüge nach dem 1. Alleinflug wird nicht mehr die Pauschale
berechnet, sondern die oben genannten Flug- und Startgebühren.
Was also das Segelfliegen im Jahr kostet sollen zwei
Rechenbeispiele verdeutlichen:
Beispiel 1: Flugschüler (Schüler/Student) mit durchschnittlicher
Winterarbeit (50 Stunden)
60 Starts = 60 · 4,50 € = 270 €
10 Flugstunden = 10 · 13,80 € = 138 €
Jahresbeitrag = 150 €
Summe = 558 €/Jahr = etwa 46,50 €/Monat
Beispiel 2: "Scheininhaber" mit durchschnittlicher Winterarbeit (25
Stunden)
30 Starts = 30 · 4,50 € = 135 €
30 Flugstunden = 20 · 13,80 € + 10 · 7,80 = 354 €
Jahresbeitrag = 200 €
Nicht geleistete Werkstattstunden(25/50) 25 · 8 € = 200 €
Summe = 791 €/Jahr = etwa 66 €/Monat
Hinzu kommen Fahrtkosten zum Flugplatz, die sich durch
Fahrgemeinschaften in Grenzen halten. Alle 2 Jahre der Fliegerarzt
für ca. 60 € und die eine oder andere Kiste Bier, die zu diversen
selbst verschuldeten Anlässen auszugeben ist
Seitenanfang
2. Wieviel kostet der Schein?
Der Schein selbst kostet eine geringe Prüfungsgebühr und die
Verwaltungsgebühr bei der ausstellenden Behörde.
Die Ausbildung selbst kostet nichts, da die Fluglehrer des Vereins
die Ausbildung ehrenamtlich machen. Mit Fluglehrer fliegen kostet
dasselbe wie alleine fliegen. Die Kosten entstehen durch das
Fliegen, nicht durch die Ausbildung.
Seitenanfang
3. Wieviel kostet eine Flugstunde?
Im Sinne "Ausbildungsstunde": nichts (siehe Antwort zu Frage 2);
im Sinne "eine Stunde fliegen", ob mit oder ohne Fluglehrer: siehe
Antwort zu Frage 1.
Seitenanfang
4. Darf ich mit Brille fliegen?
Ja!
Bei einer Korrekturstärke von mehr als 5 Dioptrien ist jedoch die
Grenze. Da nützt auch die Brille nichts mehr.
Weitere gesundheitliche Ausschlusskriterien sind:
- Rot-Grün-Blindheit
- Diabetes
- Epilepsie
- Herzinfarkt
Seitenanfang
5. Wie lange dauert es, den Flugschein zu machen?
6. Wie lange dauert es, bis ich alleine fliegen darf?
Bis zum Schein dauert es im Verein in der Regel ca. 2-3 Jahre.
Alleine fliegen darf man aber schon lange vorher. In der Regel nach
ein paar Wochen oder Monaten, sobald der Fluglehrer einem zutraut,
das Flugzeug wieder heil zur Erde zu bringen.
Der erste Alleinflug (A-Prüfung) ist das Ende des 1.
Ausbildungsabschnitts, aber nicht das Ende der Ausbildung. Diese
endet mit dem sog. "Luftfahrerschein".
Merke: Der Spaß am Fliegen beginnt nicht erst mit dem Schein,
sondern am ersten Tag, den man im Flugzeug sitzt.
Seitenanfang
7. Muss ich viel Theorie lernen?
Nicht ganz wenig, aber über die Dauer der Ausbildung von meist 2
Jahren verteilt. Viel lernt man nebenbei während des Flugbetriebs,
einen Teil im vereinsinternen Unterricht, den Rest knallt man sich
kurz vor der Prüfung in ein paar Tagen in den Kopf.
Seitenanfang
9. Wieviel Zeit muss ich aufwenden, um
Segelfliegen zu lernen?
Leider recht viel. Wer an einem Tag fliegen will, sollte den ganzen
Tag (von 10 Uhr bis ca. 18 Uhr) am Flugplatz verbringen. Wer gerade
nicht fliegt, hilft bei der Durchführung des Flugbetriebs (Flugzeuge
schieben, Winde fahren, Seile ausziehen, Seil einklinken, Startliste
schreiben, morgens Start und Flugzeuge aufbauen, abends abbauen).
Zwischendurch auch Nichtstun und in der Sonne liegen, aber ständig
einsatzbereit, wenn´s was zu tun gibt. Im Winter, wenn nicht
geflogen wird, werden Wartungsarbeiten und kleine Reparaturen an den
Flugzeugen durchgeführt ("Winterarbeit", Sollstunden: 50 pro
Saison). Das Verhältnis von Flugzeit zu insgesamt eingesetzter Zeit
liegt meist deutlich unter 10 %.
So darf man das als Segelflieger jedoch nicht betrachten. Denn der
Aufenthalt am Flugplatz ist auch schön, wenn man nicht fliegt.
Schöne Gegend, nette Leute, immer an der frischen Luft, Zelten und
Lagerfeuer, kurz: Urlaub, Erholung vom Alltag, Vergessen aller
Probleme aus dem "normalen" Leben.
Insbesondere während der Ausbildung empfiehlt es sich, wenn´s zügig
voran gehen soll, die meisten Frühlings- und Sommerwochenenden und
möglichst einen Lehrgang (1 oder 2 Wochen am Stück) jeden Tag am
Flugplatz zu verbringen. Es gibt aber keine Verpflichtung zu kommen.
Seitenanfang
10. Ist Segelfliegen gefährlich?
Es gibt natürlich Gefahren wie überall im Leben. Unfälle sind selten
und fast immer auf Fehlverhalten des Piloten zurückzuführen. Durch
unsere gewissenhafte, sehr auf Sicherheit ausgerichtete Ausbildung
wird das Unfallrisiko sehr niedrig gehalten.
Seitenanfang
|